Geschichte

Funde und Ausgrabungen bestätigen, dass Teile des Pinkatals und somit auch das Ortsgebiet seit der Bronze- und Eisenzeit besiedelt sind. Man fand aus der Zeit vor mehr als 1000 v. Chr. Gegenstände und Hügelgräber aus der Römerzeit. Im Ort selbst wurden mehrere Grabstätten geöffnet. Auch während der karolingischen Zeit ( um 860) dürfte bereits eine Kleinsiedlung bestanden haben.

Der ersten schriftliche Nachweis über Rotenturm findet sich in einer Schenkungsurkunde König Ludwig des Großen aus dem Jahre 1355, in welcher der Ort als "Veresuarfelde" genannt wird.

Dem ersten schriftlichen Nachweis des Ortes folgen schon bald weitere unter der Bezeichnung "Castrum Veresuar" und "Castellum Veresuar", was nahelegt, dass sich bereits damals eine Burg im Ortsgebiet befunden haben dürfte.

1424 Verleihung des Marktrechtes durch König Sigesmund, welches zu einer deutlich höheren Bekanntheit im Raum beitrug.

Laut historischen Aufzeichnungen fiel der Name Rotenturm zum ersten Mal im Jahre 1456 unter Berthold II. von Ellerbach. Die Herrschaft Rotenturm wurde vom deutschstämmigen Geschlecht der Ellerbacher käuflich erworben und die in Verfall geratene Burg neu aufgebaut.

Zu Beginn des 16. Jhdt. ging die Herrschaft in den Besitz der ungarischen Magnatenfamilie Erdödy über. Von 1557 bis 1613 waren die Grafen Zrinyis Besitzer der Burg. Durch die Verpfändung an die reformierten Zrinyis waren die Herschaft und somit auch die Untertanen evangelisch geworden.

Im Jahr 1613 kam Rotenturm wieder in den Besitz der Familie Erdödy und wurde somit im Zuge der Gegenreformation rekatholisiert.

Schloss Rotenturm

Graf Erdödy, ließ im Jahre 1864 nach Plänen von Antal Weber das wahrhaftige Ortssymbol der Gemeinde Rotenturm im maurisch-byzantinischen Stil erbauen. Geschichtlich im Besitz von unterschiedlichen Personen und doch auch schon über 150 Jahre alte Bauwerk erstrahlt mittlerweile wieder inmitten von Rotenturm im neuen Glanz.

Im Jahre 1880 wurde auf Initiative des Grafen Julius Erdödy die freiwillige Feuerwehr der Marktgemeinde Rotenturm gegründet, ein Jahr darauf bekam Rotenturm eine neue Poststation und 1895 wurde ein staatliches Matrikelamt eröffnet.

 

Der Erste Weltkrieg ging nicht spurlos an Rotenturm vorbei. 33 Ortsbewohner ließen auf dem Schlachtfeld ihr Leben. Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn. Nach Ende des Ersten Weltkrieges wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland.

Im Jahre 1925 bekam die Marktgemeinde ihren endgültigen Namen Rotenturm an der Pinka.

Auch der Zweite Weltkrieg brachte großes Leid über die Ortsbevölkerung. In den letzten Kriegswochen wurde Rotenturm in das Kampfgebiet einbezogen. Die Rote Armee nahm die Ortschaft schließlich am 5. April 1945 ein und verwüstete sie teilweise. Bewohner wurden aus ihren Häusern vertrieben, die Schule und das Schloss zu Schlafstätten für die Rotarmisten umfunktioniert. Abseits der materiellen Schäden hatte Rotenturm 54 Gefallene beziehungsweise Vermisste zu beklagen.

Nach Überwindung der sorgenvollen Jahre seit Kriegsende kam es zum wirtschaftlichen Aufschwung. Eine Wasserversorgungsanage wurde errichtet, dass Straßennetz ausgebaut und mit dem Bau einer Kanalisationsanlage wurde begonnen.

1968 bis 1969 wurde die Volksschule neu gebaut.

1971 wurden  die Ortsteile Siget in der Wart und Spitzzicken als Ortsteile eingegliedert.

 

Durch unzählige Projekte, sowie industrielle Expansion bietet Rotenturm mittlerweile ein großes Angebot an Einrichtungen. Immer bestrebt, die Einwohner mit moderneren Alternativen zu unterstützen, kann man nach wie vor gemütliche und ruhige Augenblicke in der Ortschaft genießen.

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